Auch nach fast zehn Jahren als selbständige Texterin werde ich entzückenderweise nach wie vor immer wieder mal gefragt, ob bzw. wie (zur Hölle) ich mit diesem Beruf überhaupt leben und überleben kann. Was argumentiert also meine Profession, die von so manchen Zeitgenoss*innen sogar öffentlich belächelt wird, so à la: „So ein bisschen schreiben kann doch eh jeder.“ (Ja. Eh.)

Ich habe mir ein paar Gedanken darüber gemacht. Ist ja nach wie vor Jänner – und somit irgendwie nach wie vor Jahresstart. Da passen solche grundlegenden Fazits immer ganz gut.

Zügeln wir also die Katze von hinten auf: Was gehört denn eigentlich zu meinem Berufsbild der selbständigen Texterin?

Ein „klassischer“ Textjob sieht so aus:

  • Schritt 1: Briefings von Kund*innen verstehen, d.h.: Welche Textsorten in welchem Wording und zu welchem unternehmerischem Zweck erstelle ich in welchem Umfang und Format? Und welche Rahmenbedingungen (Recherche, Deadlines, Weisungswege) habe ich?
  • Schritt 2 – je nachdem: Sichtung von evtl. vorhandenem Briefingmaterial, zusätzliche und weiterführende Recherchen der benötigten Infos, evtl. auch Interview-Partner*innen aktivieren und befragen.
  • Schritt 3: eigentliche Text-Erstellung im gewünschten Umfang und Format, inkl. aller nötiger Quellenangaben, evtl. Bild-Vorschläge und -Texte etc.
  • Schritt 4: Korrekturlesen und Versand der Version_1 an Kund*in
  • Schritt 5 – je nachdem: eine bis mehrere Korrekturschlaufen bis zur finalen Version
  • Möglicher Schritt 6: selbständiges Einpflegen der Texte in Kund*innen-Website mit allem, was dazugehört (Verlinkungen setzen, Bilder integrieren sowie kontrollieren und freigeben oder Freigabe-Links an Kund*in versenden) ODER bei Print – Kontrolle des Druck-PDFs und Rückinfos an Grafikdesigner und Kund*in.
  • Möglicher Schritt 7: Information der Veröffentlichung an Beteiligte (wie z.B. eben mögliche Interview-Partner*innen)

Das ist jetzt, grob runtergebrochen, mein Texterinnen-Kerngeschäft. Beim Drehbuch-Schreiben und Hörspiel-Skripten genauso wie bei meinem Lektoratsservice sieht das Ganze dann natürlich anders aus.

Dazu zählen zu meinem Job als Freelancer Copywriter aber natürlich noch die folgenden üblichen Verdächtigen

  • Laufende Akquise (unter Bestands- und/oder Neukund*innen) betreiben, sprich: netzwerken via E-Mail und Telefon, Newsletter aussenden, irgendwann auch mal wieder facebooken (mal sehen), bloggen.
  • Eigene Website inkl. Blog betreuen und laufend optimieren, um damit nicht nur das furchtbar ausgeprägte Kreativ-Ego zu füttern, sondern nachhaltig die Kund*innen-Akquise zu unterstützen.
  • Neue Angebote und Produkte kreieren und bewerben (2020 waren das ein neues Buch und das Bewerbungslektorat).
  • Buchhaltung inklusive allem erledigen, sprich: die laufende Abrechnung verantworten, Steuerbelege richtig sammeln und einmal jährlich – klar – die Einkommenssteuer machen. Hier macht sich mein buchhalterischer Hintergrund im wahrsten Sinne bezahlt.
  • Weiterbildungen und Coachings in meinen Professionen (Text, SEO, Bloggen, EPU) absolvieren – seit Mitte 2020 fast ausschließlich online.
  • Equipment regelmäßig selbst warten und aufrüsten.
  • Sich regelmäßig über den Laissezfaire-Assistent beschweren, der schon wieder keinen Kaffee gekocht hat – und immer wieder realisieren, dass es diesen wunderbaren Assistenten leider niemals gegeben hat.

In Summe macht das ein schönes Tätigkeitsspektrum und – ganz ehrlich – ein schönes Leben aus. Und nein, mir werden die Jobs nicht von Feen-Hand und mit Zauberstaub versehen vors Home Office gelegt. Daran wachse ich seit der Gründung meines Ein-Frau-Unternehmens im Jahr 2011. Darauf bin ich stolz. Das macht das Unternehmerinnentum aus. Und ja, ich lebe tatsächlich davon. Und darüber bin ich sehr glücklich.

Und warum nun investieren Unternehmen denn eigentlich in professionell erstellten Text?

Diese Frage beantworte ich gerne – und lade Sie im nachfolgenden Video gleich ins Home Office ein. Absolut sicher und mit nötigem Abstand.

Hallo aus Müllers Büro: Warum Unternehmer*innen in professionellen Text investieren

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Bild: ©Pexels-Pixabay

1 Kommentar

  1. „So ein bisschen schreiben kann doch eh jeder.“

    Ich denke und weiß aus der Erfahrung, dass man schon ein gewisses Talent und eine Affinität zum Schreiben mitbringen muss. Ich etwa war als Kind oft allein und hab dann innerliche Monologe mit einer imaginären oder wirklichen Person geführt: Es hat also in meiner Seele schon geschrieben, ohne dass ich einen Stift in die Hand nehmen musste.

    Wenn man nun aber Texte nach einem Briefing schreiben möchte, muss man sich auf ein vorgegebenes Thema einlassen, was oft einer tiefgründigen Recherche bedarf. Es kommt also zuerst einmal zu einer Stoffsammlung, aus jener man dann auswählen muss – je nachdem, wie die Endaussage lauten soll – was man wie verwendet und in welcher Form (humoristisch oder wissenschaftlich oder in einer Mischform usw.) – man das Eruierte darstellen möchte.

    Dann kommt die Frage, wie fange ich an, damit der Leser gleich gefesselt wird und nicht nach drei Sätzen das Handtuch wirft. Auch sollte man gerade am Anfang schon Sorge für das Ende tragen, also immer den gesamten Text in etwa im Auge behalten, während man den Hauptteil schreibt.

    Das Schreiben an sich kann gut vorangehen, wenn man ein gewisses Gefühl für Sprache entwickelt hat, dennoch muss die erste Niederschrift überprüft werden, auch wenn ich der Meinung bin, dass Verbesserungen der ersten emotionalen Eingabe nur sehr vorsichtig angewendet werden sollten, damit man nicht verschlimmbessert.

    Auch muss der Text reifen, braucht eine Ruhezeit, um dann nochmal mit anderen Augen vom Autor gelesen zu werden. Manchmal gibt es treffendere Worte, die einem erst später einfallen usw. usw.

    Zudem muss alles belegt sein, Copyrights für Bilder müssen beachtet sein.

    Man wächst als Autor auch mit der Erfahrung und wo nimmt ein Jemand diese Erfahrung her, wenn er meint:
    „So ein bisschen schreiben kann doch eh jeder.“

    Zurufen möchte man ihm: „Dann tus doch!!!“

    LG Sven ❤

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